Sammelgut, Teilladung oder Komplett-LKW?

Für 1–6 Paletten ist Sammelgut meist am günstigsten, für 7–18 Paletten eine Teilladung oder ein Solo-LKW, ab etwa 18 Paletten oder 7 Tonnen ein Komplett-LKW mit 13,6-m-Auflieger. Die Grenzen sind nicht starr – auch Gewicht, Höhe und Stapelbarkeit der Paletten zählen, ebenso, wie schnell Sie die Ware brauchen. Sammelgut ist pro Palette am günstigsten, dauert aber länger, und die Ware wird unterwegs umgeschlagen.

Worin unterscheiden sich die drei Transportarten?

KriteriumSammelgutTeilladungKomplett-LKW
Typische Menge1–6 Paletten7–18 Palettenab ~18 Paletten oder 7 t
Wie die Ware fährtVorlauf zum Terminal, Hauptlauf, Nachlaufmit anderen Sendungen im Fahrzeug, ohne Terminalallein, direkt vom Lieferanten zu Ihnen
Umschlagja, meist mehrfachin der Regel nichtnein
Laufzeitam längstenetwas länger als Komplett-LKWam kürzesten
Preisinsgesamt am niedrigsten, pro Palette am höchstennach belegtem Platz und Gewichtfür das ganze Fahrzeug, unabhängig von der Auslastung
TermintreueRichtwertgutam besten

Wann Sammelgut passt

Sammelgut, Teilladung oder Komplett-LKW?

Sammelgut eignet sich für einzelne Paletten, Muster und kleinere regelmäßige Bestellungen. Ein Fahrzeug holt Ware bei mehreren Versendern ab, im Terminal werden die Sendungen sortiert und fahren im Linienverkehr weiter. Sie zahlen nur den Platz, den Ihre Paletten belegen.

  • Vorteil: bei kleinen Mengen der niedrigste Gesamtpreis.
  • Vorteil: regelmäßige Abfahrten, Sie müssen nicht warten, bis ein Fahrzeug „voll“ ist.
  • Nachteil: längere Laufzeit – aus Spanien in der Regel 5–7 Werktage, aus Frankreich und Italien 3–5.
  • Nachteil: Umschläge erhöhen das Schadensrisiko, die Ware muss daher gut verpackt und gesichert sein.

Wann eine Teilladung passt

Eine Teilladung belegt einen Teil eines Fahrzeugs, das mehr oder weniger direkt fährt. Die Ware wird beim Lieferanten geladen und bei Ihnen entladen, nur hält das Fahrzeug unterwegs noch bei anderen Kunden. Das passt für 7–18 Paletten oder für Ware, die einen Terminalumschlag schlecht verträgt.

  • Vorteil: schneller und schonender als Sammelgut.
  • Vorteil: der Preis richtet sich nach den belegten Lademetern.
  • Nachteil: der Termin hängt auch von den übrigen Sendungen im Fahrzeug ab.

Wann ein Komplett-LKW passt

Ein Sattelzug mit 13,6-m-Planenauflieger fasst 33 Europaletten und rund 24 Tonnen. Er lohnt sich ab etwa 18 Paletten oder 7 Tonnen, bei sperriger, nicht stapelbarer Ware auch früher. Um diese Grenze herum nähert sich der Preis einer Teilladung dem des ganzen Fahrzeugs, und die Direktfahrt ist schneller.

  • Vorteil: kürzeste Laufzeit und genauester Termin, kein Umschlag.
  • Vorteil: das Fahrzeug fährt nur für Sie, Be- und Entladung lassen sich anpassen.
  • Nachteil: Sie zahlen das ganze Fahrzeug, auch wenn Sie es nicht füllen.

Checkliste: wonach Sie entscheiden

  1. Lademeter berechnen: Eine Europalette 120 × 80 cm belegt 0,4 LDM, eine Industriepalette 120 × 100 cm 0,5 LDM.
  2. Gesamtgewicht ermitteln – schwere Ware kann ein größeres Fahrzeug erfordern, auch wenn sie wenig Platz braucht.
  3. Stapelbarkeit klären. Zwei aufeinandergestellte Paletten belegen auf der Ladefläche nur den Platz von einer.
  4. Empfindlichkeit bedenken: Glas, Keramik oder unregelmäßige Teile vertragen Terminalumschlag schlechter.
  5. Festlegen, wie fix der Termin ist. Brauchen Sie die Ware zu einem bestimmten Tag, reicht Sammelgut womöglich nicht.
  6. Entlademöglichkeiten prüfen – ohne Rampe und Stapler brauchen Sie ein Fahrzeug mit Ladebordwand, das meist kleiner ist.

Was Sie den Frachtführer fragen sollten

Sammelgut oder Komplett-LKW?
Sammelgut oder Komplett-LKW?
  • Wird die Ware umgeschlagen, und wie oft?
  • Wie viele Tage sind auf dieser Strecke realistisch, und ab welchem Tag wird gezählt?
  • Berechnen Sie nach Paletten, Lademetern oder Gewicht?
  • Was passiert, wenn der Lieferant mehr Paletten lädt als angefragt?

Welche Fahrzeuge es für die einzelnen Transportarten gibt, beschreiben wir unter LKW- und Aufliegertypen. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie im Preisrechner „Weiß nicht“ – wir schlagen die Transportart selbst vor.

Häufige Fragen

Ab wie vielen Paletten lohnt sich ein Komplett-LKW?
Als Richtwert ab 18 Paletten oder 7 Tonnen. Bei sperriger, nicht stapelbarer Ware auch früher.
Was ist ein Lademeter (LDM)?
Ein Meter Ladeflächenlänge über die volle Breite des Fahrzeugs. Eine Europalette belegt 0,4 LDM, ein Sattelauflieger hat 13,6 LDM.
Ist Sammelgut für zerbrechliche Ware geeignet?
Sammelgut wird umgeschlagen, die Ware muss daher sehr gut verpackt und gesichert sein. Bei Glas oder Keramik ist eine Teilladung oft die bessere Wahl.
Wie viel länger dauert Sammelgut?
Meist einige Tage. Aus Spanien in der Regel 5–7 Werktage, ein Komplett-LKW dagegen 2–4 Tage.
Zahle ich bei einer Teilladung nur meine Paletten?
Ja, der Preis richtet sich nach belegten Lademetern und Gewicht, nicht nach dem ganzen Fahrzeug.